Familienchronik

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Das Anwesen ist inzwischen in der 7. Generation bzw. seit fast 250 Jahren im Familienbesitz:

1772 - 1882

Familie Hinterroecker, wohlhabend und gebildet, übernahm das Anwesen im Jahr 1772 mit dazugehörigen Weingärten, Wäldern und dem bis zur Donau reichenden Obstgarten. 1804 zogen napoleonische Truppen die Donau herunter und auch Urahn Hinterroecker wurde von ihnen heimgesucht. Seiner Familie hatte er im Hauswald eine Hütte errichtet, wo sie in Sicherheit war. Die Soldaten ließen den Hausherrn von jedem Fass Wein trinken, bevor sie sich selber darüber machten und tranken bis sie umfielen. Unweit von Spitz, in Loiben, fand die "Schlacht von Dürnstein" statt, wo man die französischen Soldaten in die Donau trieb - ein Denkmal erinnert heute noch daran. Ein weiterer Hinterroecker Nachkomme war Spitzer Bürgermeister. 1820 wurde sein Sohn Johann Nepomuk geboren, der später Jesuitenpater wurde. Dieser entschied sich, nach Australien zu gehen und nahm in Norwood die Tätigkeit als Missionar bei den Aborigines auf und baute dort eine Kirche. Die Herausforderungen der Reise und seines Wirkens auf dem fernen Kontinent wurden in dem Buch "Johann Nepomuk Hinterroecker - Ein Lebensbild" im Jahre 1875 publiziert.

Sohn Josef führte das Gut in Spitz. Er hatte 6 Töchter. 4 wurden in größere Häuser verheiratet und einer von ihnen, Anna, wurde die Gutsverwaltung anvertraut.

1882- 1926

Um 1850, als Anna heiraten sollte, bot man ihr passende junge Männer an, die sie aber alle ablehnte. Ein einziger Bewerber, Kaspar Salomon, aus St Michael, gefiel ihr. Die Mütter waren jedoch Schwestern, somit musste die Genehmigung des Papstes eingeholt werden. Kaspar nutzte seine Beziehungen zur ungarischen Verwandtschaft und war der Erste, der die Marille in der Wachau kommerziell zu kultivieren begann. Heute ist sie ein Wachauer Markenzeichen. Die Salomons hatten wiederum zwei Töchter: Josefine erlag dem Charme des Offiziers Erwin Kollinski, der auf der Suche nach einer reichen Frau ins Hause kam.

1926-1959

Tochter Anny übernahm das Gut und spezialisierte sich auf Edelobstbau, u.a. Birnen und Marillen. Sie heiratete einen Adligen aus St. Pölten , Julius Edler von Fuchs, auf Roecknitz und Treben, später Richter am Bezirksgericht in Spitz. Seine Ahnenreihe lässt sich zurückverfolgen auf Niclas von Fuchs, 1579 Stadtmeister (= Bürgermeister) von Straßburg. Die männlichen Mitglieder der Familie Fuchs waren über Generationen königlich-sächsische Kammerräte und Erb-, Lehens-, und Gerichtsherren auf Roecknitz und Treben. 1835 trat sein Großvater als junger Offizier in österreichische Dienste ein und diente später als Hauptmann des k.u.k. Infantrie Regiments Nr. 49 in St. Pölten. Sein erster Enkel wurde auf den Namen seines Großvater, Julius Wilhelm getauft. Heute findet sich das Fuchs-Familienwappen im Logo des Barock-Landhof Burkhardt wieder.

Anny und Julius hatten wiederum zwei Töchter, Edith und Helga. Tochter Edith heiratete Fritz Salomon, Besitzer des Weingut Undhof in Krems. Einer ihrer Söhne, Bertold, folgte den Fußspuren von Johann Nepomuk Hinterroecker und gründete in der Gegend, wo dieser seinerzeit die Kirche erbaute, das Weingut "Salomon Estate " in Norwood, Australien.

Bevor Helga das Gut übernahm, besuchte sie die Obstbau Akademie in Klosterneuburg , wo Prof. Zweigelt Direkor war, nach dem später Rotweine benannt wurden.

1959 - heute

Sie heiratete Friedrich ('Friedl') Burkhardt aus Bayern, den sie 1944 während eines Tanzabends für Offiziersanwärter aus der Militärakademie Wiener Neustadt kennenlernte. Sie verlobten sich bereits wenige Tage danach, mussten aber noch etliche bange Jahre aufgrund der Kriegswirren warten, bis sie endlich heiraten konnten. Friedl studierte u.a. in Wien Medizin und promovierte und habilitierte in Erlangen auf dem Gebiet der mikrobiologischen Medizin; er avancierte zu einem führenden Experten und wurde später für seinen Einsatz in der Entwicklungshilfe in Somalia, Äthiopien und Süd-Ost Asien sowie seine Verdienste in Wissenschaft und Praxis mit dem Bundes - Verdienstkreuz ausgezeichnet. Helga und Friedl begannen mit umfangreicher Renovierung bereits in den fünfziger Jahren. 1964 legte Helga den Grundstein für die Umnutzung großer Teile des Gebäudes als Fremdenverkehrsbetrieb. Darüber hinaus revitalisierte sie die Wein- und Obstwirtschaft, die heute primär mit Kooperationspartnern betrieben wird.

Der Besitz wechselte im Jahr 2000 auf Sohn Dr. Michael Burkhardt, der als Arbeitsdirektor und Aufsichtsrat auf mehreren Kontinenten tätig war. Seine Frau Gisela führt seither den Betrieb als Gastgeberin, zusammen mit ihrem kleinen Team von Mitarbeiterinnen, die seit vielen Jahren dem Barock-Landhof die Treue halten. In 2012 initiierte sie die bisher letzte Phase der Renovierungsarbeiten , mit dem Ziel Ursprünglichkeit und Tradition mit modernem Komfort und Nachhaltigkeit zu verbinden. Die 8. Generation steht mit Tochter Kerstin bereits in den Startlöchern, die 2015 erfolgreich ihr Bachelorstudium in internationalem Hotelmanagement an der Ecole hôtelière de Lausanne absolviert hat.